Wer sind wir?
Nächste Vereinsabende siehe auf www.ov-erding.de

Hallo Kinder, Jugendliche, Eltern, interessierte Leserinnen und Leser, YLs und OMs!

Wir sind erfahrene Funkamateure des Ortsverbands Erding C25 im DARC e.V. und DN5KID ist das Ausbildungs-Rufzeichen für unsere jungen interessierten Nachwuchs-Funkamateure. Wir haben hier ein paar Internetseiten zusammengestellt, die natürlich irgendwie mit dem Amateurfunk zusammenhängen und wir wollen damit versuchen den Amateurfunk besonders Kindern und Jugendlichen näher zu bringen.
Mit DN5KID, unserem neuen Ausbildungsrufzeichen, kann bei uns das Funken erlernt werden. Und wenn später die Prüfung zum SWL (ShortWaveListener - Kurzwellenhörer) oder sogar die Amateurfunkprüfung angestrebt wird, kein Problem, sprecht uns an! DN5KID wird beim Lernen und Üben helfen (übrigens gibt es kein Mindestalter zur Lizenzprüfung). Aber dabei darf der Spaß miteinander nicht vergessen werden!

Was ist Amateurfunk und wozu dient der Amateurfunkdienst?
Kurz gesagt, Funkamateur zu sein ist ein sagenhaft interessantes Hobby, da es in einzigartiger Weise physikalisch-technische Zusammenhänge erlebbar und damit erlernbar macht und jederzeit Kontakte mit vielen anderen Funkamateuren auf der ganzen Welt ermöglicht.
Doch ernsthafter ....
Nach meiner Meinung am Besten beschrieben sind die 3 wichtigen Funktionen des Amateurfunkdienstes bei Wikipedia:
- "International: Amateurfunk dient der internationalen Verständigung über alle Grenzen,Weltanschauungen und Religionen hinweg und wohin Du auf Reisen auch kommst: Dein Rufzeichen sichert Dir Kontakte zu hilfsbereiten Menschen rund um den Globus! - Du bist Teil einer weltweiten Familie!"
- "Gesellschaftlich: Amateurfunk vermittelt (insbesondere jungen Leuten) technisches Verständnis (vom Lötkolben bis zum Amateurfunksatelliten), zwischenmenschliches Verhalten (z.B.: Zuhören lernen, Rücksicht, Toleranz), Teamfähigkeit (im OV, bei Fielddays usw.) und vieles mehr..."
- "Persönlich: Die Möglichkeit, vom eigenen Schreibtisch aus mit der eigenen Station und der eigenen Antenne auch ohne Relais, Internet oder anderen Hilfsmitteln alle Kontinente erreichen zu können und Kontakte in alle Welt zu pflegen ist faszinierend!"
Noch sachlicher formuliert steht es im Gesetz über den Amateurfunk (AFuG):
Funkamateur ist, wer "sich mit dem Amateurfunkdienst aus persönlicher Neigung und nicht aus gewerblich-wirtschaftlichem Interesse befaßt."
Amateurfunkdienst ist "ein Funkdienst, der von Funkamateuren untereinander, zu experimentellen und technisch-wissenschaftlichen Studien, zur eigenen Weiterbildung, zur Völkerverständigung und zur Unterstützung von Hilfsaktionen in Not- und Katastrophenfällen wahrgenommen wird; der Amateurfunkdienst schließt die Benutzung von Weltraumfunkstellen ein."
Der Amateurfunkdienst ist also nicht so etwas wie "Jedermannfunk", sondern ein international geregelter Funkdienst, dessen einschlägige Vorschriften in verschiedenen nationalen Gesetzen umgesetzt sind. Jeder Funkamateur muß eine staatliche Prüfung ablegen um seine Funklizenz und anschliessend sein persönliches und international gültiges Rufzeichen zu erhalten.

Und was kostet das Vergnügen?
Erteilung Amateurfunkzeugnis (einmalig): 110,00 Euro Klasse-A oder 80,00 Euro Klasse E,
Zulassung zum AFu-Dienst und Zuteilung pers.Rufzeichen (einmalig): 70,00 Euro,
Frequenznutzungs- und EMV-Beitrag (jährlich): ca. 21,80 Euro.
Diese Gebühren/Beiträge (Stand 2008) werden von der Bundesnetzagentur (BNetzA) erhoben.
Weitere Informationen gibt es in unserer Linksammlung.


Notfunk ist ein wichtiger Bestanteil im Amateurfunk!
Notfunk ist immmer schon im Amateurfunk beinhaltet. Bei den vielen schweren Naturkatatrophen der letzten Jahre, in den unzähligen Kriesen- und Kriegsgebieten der Welt oder auch nach Terroranschlägen -wie z.B. auf das World Trade Center in New York- ist der Notfunk im Amateurfunk sehr wichtig, denn die kommerziellen Dienste sind dann nicht mehr nutzbar. Der Amateurfunk wird ehrenhalber ausgeführt. Es ist ein gemeinnütziger Funkdienst, der in der Lage ist, auch unabhängig von vorhandener Infrastruktur (Strom, Kabel-, Datennetz) zu arbeiten. Damit ist er jederzeit und unter allen Bedingungen weltweit einsatzbereit, kann über alle Entfernungen hinweg arbeiten und ist sofort und an jedem Ort, auch portabel, verfügbar. In unserer Clubzeitschrift CQ-DL vom Oktober 2008 war der Notfunk mit vielen Artikeln vertreten. Eine Zusammenfassung von wichtigen Einsätzen ist auf der Notfunk-Seite des Ortsverbands H42 (Garbsen/Osterwald) im DARC e.V. zu finden. Die Auflistung zeigt nur einen kleinen Teil der überall auf der Welt befindlichen, großen und kleinen Notfunk-Einsätze von Funkamateuren. Sogar auf unseren "Hausbergen", den Alpen, ist die Hilfe durch Funkamateure lebensnotwendig. Denn, wie der Bericht der SZ oder dieser zeigt, es gibt in solchen Gebieten keinen sicheren kommerziellen Mobilfunk-Empfang!
Übrigens: Für Mitarbeiter vieler weltweit arbeitenden Hilfsorganisationen oder auch für Astronauten ist der Erwerb einer Amateurfunklizenz Pflicht! ... warum wohl?
Die seit einiger Zeit angestrebte Zusammenarbeit zwischen dem Amateurfunk und den Behörden wird bei Notfunk-Deutschland e.V. und weiteren Projekten (z.B. HAMnet) bereits umgesetzt.

Wie kommt man zum Amateurfunk?
Da Du diese Seite liest ist es das Einfachste, mit unserem Team Kontakt aufzunehmen (übrigens auch gerne dann, wenn wir bei Ihnen als geneigter und bereits erwachsener Leser ein Interesse geweckt haben sollten). Aber das war nicht gemeint, richtiger sollte die Frage lauten:
Was bewegt jemand zum Funkamateur zu werden?
Nun, da hat jeder seine eigene Geschichte. Wie ich dazu kam, kann ich mal erzählen:
Als kleiner Junge mit etwa 8 Jahren saß ich (natürlich nur wenn Papa und Mama nicht zuhause waren) stundenlang vor unserem großen Braun Röhrenradio mit 5 verschiedenen Senderskalen übereinander und lauschte gebannt den unzähligen Morsetönen, verschlüsselten Nachrichten und Zahlenaussendungen der verschiedenen "Weltmächte" auf der Mittel- oder Kurzwelle. Dabei faszinierte mich besonders das "magische Auge" das die Signalstärke anzeigte. Mit meinem eigenen Kofferradio konnte ich später auch Rundfunksendungen von ausländischen Sendern teilweise in deutscher Sprache empfangen und ich wurde als Kurzwellenzuhörer SWL (engl. ShortWaveListener) aufgefordert ihnen einen Empfangsbericht zu senden. Im Gegenzug dafür wurde mir eine QSL-Karte, also eine Empfangsbestätigungskarte, zugeschickt und so gesellten sich zu den ersten Karten von BBC London, Radio Prag oder Radio Canada International noch einige andere hinzu. Im Lauf der Zeit wandelten sich aber meine Interessen und durch einen Schulwechsel verschlug es mich nach Norddeutschland in ein Internat. Über einen Zimmerkamerad bekam ich ersten Kontakt zum damals in Deutschland gerade erst freigegebenen CB-Funk, dem "Jedermann-Funk". Mit Handfunkgeräten so groß und schwer wie Backsteine zogen wir durchs Gelände, immer auf der Suche nach anderen CB-Funkern. Wir fanden dabei sogar einen richtigen Funkamateur. Faszinierend, was der zu erzählen hatte! Sogar zu einem Satelliten konnte der funken! Er meinte, wir sollten doch einfach die Funklizenz machen, das sei gar nicht so schwer, er habe das nebenbei im Fernstudium gemacht. "Studium", klang sehr verlockend. Er lieh mir seine Unterlagen und ich begann. Inzwischen war das Internat aber eher doch nichts für mich und so musste ich nach einem halben Jahr das Lernen wieder abbrechen. Ich gab dem Funkamateur die Unterlagen wieder zurück und ging in meine Heimatstadt. Bis zum Abitur begleitete mich der CB-Funk, unter anderem mit einigen, mehr oder weniger gelungenen Versuchen, Antennen selbst zu bauen. Am Ende war das CB-Band aber über und über voll belegt mit Stationen, es gab kein Durchkommen mehr, ich verlor die Lust daran und verkaufte alles. Das Thema Funk war erledigt, dachte ich....
Die Studien- und Ausbildungszeit ging vorüber, die Arbeit und die Familie, die Kinder beanspruchten mich voll. Doch eines Tages holte mich die Vergangenheit ein, als mein Sohn mit 15 Jahren zu mir sagte: "Papa ich möchte CB-Funk machen". Er bekam also ein Handfunkgerät, doch unsere Enttäuschung war groß. Nichts war zu hören. War etwa das Gerät kaputt? Nach einigen Tests stellten wir fest, daß es heute nur noch ganz wenige CB-Funker gibt, meist in der Stadt oder als Fahrer von LKWs auf der Autobahn. Ich erzählte meinem Sohn von früher und natürlich auch von meinen kurzen Einblick in die Welt der Funkamateure. Er war begeistert. "Dann machen wir halt zusammen die Lizenz" war seine Antwort. Naja, so einfach wird das nicht, man muss dazu auch Rechnen und die entsprechenden Gesetze lernen. Aber er war nicht aufzuhalten und ich musste nun mit. "Das schaffst Du schon", sagte er. Na gut! Also im Internet geschaut wo vom DARC Ausbildungskurse angeboten werden. VHS-Erding klang gut, bezahlbar war das Ganze auch, also "Augen zu und irgendwie durch, Hauptsache er schafft es" dachte ich mir, weil ich über viele Jahre inzwischen das Rechnen verlernt hatte. Aber mein Sohn erklärte mir das Rechnen wieder, ich half ihm dafür beim Lernen der Gesetze und ein halbes Jahr später war für uns beide die Prüfung bei der Bundesnetzagentur (früher Post) geschafft. Ich war mit 46 Jahren endlich lizensierter Funkamateur mit eigenem, persönlichem Rufzeichen geworden. Jetzt stand für mich die (Funk-)Welt offen...
Inzwischen habe ich viele Sprechfunk-Verbindungen weltweit in meinem Log. Aber wenn ich über die Kurzwellenbänder drehe und die vielen Funkverbindungen in Morsetelegrafie höre, bin immer von Neuem fasziniert von den Morsezeichen die ich noch immer nicht verstehe und denke dabei an das alte Braun-Radio meiner Kinderzeit zurück. Jetzt kenne mein nächstes Ziel: diese "Geheimsprache", die älteste Funk-Betriebsart der Welt, will ich endlich erlernen!

Und was soll das hier alles im Zeitalter des Handys?
oder anders gefragt:
Funken - macht das eigentlich heute noch jemand? Jeder hat doch heute ein Handy und Internet!

Dazu meine Gegenfrage: "Reiten - macht das eigentlich heute noch jemand? Es gibt doch Autos und Motorräder!" Richtig, aber trotzdem hat beides seinen ganz besonderen Reiz.
Natürlich kann heute jeder mit seinem Handy weltweit telefonieren, im Internet mit fremden Leuten chatten und vieles mehr. Unsere moderne Informationstechnologie hat scheinbar alle Probleme in der Kommunikation überwunden, aber man ist dabei zum reinen Anwender verkommen. Als lizenzierter Funkamateur kann UND DARF man seine Funkgeräte, Antennen und dazugehörigen Gerätschaften selbst bauen, denn man hat zuvor in einer Prüfung bei der Bundesnetzagentur sein Fachwissen über die Technik und die dazugehörige Gesetzeskunde bewiesen. Der Selbstbau ist DAS Privileg (Alleinstellungsmerkmal) des Funkamateurs!

Zurück zu uns:
Kinder und Jugendliche sind unser aller Zukunft! Ihren Horizont zu erweitern ist unser Ziel. Als Funkamateure wollen wir mit den Kindern in erster Linie richtigen Funkbetrieb machen und haben dazu das Ausbildungsrufzeichen DN5KID von der Bundesnetzagentur zugeteilt bekommen. Die traditionell analoge Funktechnik, im Gegensatz zur "Blackbox" eines Handys, ermöglicht uns eine altersgerecht spielerische und experimentell-praktische Einführung in die Grundlagen der Elektronik. Wir wollen damit unsere Begeisterung für das Radiohören, den Amateurfunk und die dazugehörige Technik an die Kinder weitertragen. Und vielleicht erleichtert ihnen diese Begegnung später einmal den Einstieg in einen technischen Beruf oder es ermutigt sie gar zu einem Ingenieur-Studium!
~
Text: Harald-Johannes Grob, DB1MUC